Meine Kinder liebten das „getragen SEIN“ genauso wie ich selbst.

Bei beiden Töchtern genoss ich die Nähe, die Freiheit, mit meinem Kind im Tragetuch

durch Wald und Wiesen spazieren zu können,

sowie das unkomplizierte Erledigen meiner Aufgaben im Haus und im Garten,

während ich mein Kind mit gutem Gewissen an meinem Körper trug.

Da ich meine positiven Erfahrungen gerne an andere Familien weitergeben will,

habe ich im April 2018 bei der Trageschule ClauWi das Modul 1 als Trageberaterin absolviert.

Seitdem durfte ich schon zahlreiche Familien hinsichtlich des Tragens beraten und zudem an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Mühldorf Schulstunden zum Thema Tragen halten.

Außerdem vermittelte ich angehenden Müttern im Geburtsvorbereitungskurs einer Hebammenpraxis erste Einblicke in das Tragen.

Ein Kind will getragen SEIN – warum ist das eigentlich so?

Der Mensch ist ein Tragling und zählt daher weder zu den Nesthockern (z.B. Vogel), noch zu den Nestfliehern (z.B. Lamm). Ein Tragling ist bei der Geburt relativ hilflos, nur die Hand- und Fußreflexe sind gut ausgebildet. Auch im Tierreich gibt es Traglinge: Der Affe gilt als aktiver Tragling, das Känguru als Passiver Tragling, da es beim Tragen nicht aktiv seine Arme benutzt.

Und ähnlich ist es beim Menschen, wir können wählen, unser Kind aktiv oder passiv mit Hilfe eines Tragetuches oder einer Tragehilfe am Körper zu tragen.


Die Reifung des Menschen, der als physiologische Frühgeburt zählt, geschieht am Körper des Erwachsenen, wobei die Impulse für alle lebensnotwendigen Funktionen vom Kontakt mit den Eltern kommen.


Versetzt man sich in die Lage eines Babys im Bauch der Mutter, beschränken sich die Wahrnehmungen auf das Fühlen, insbesondere dem Herzschlag der Mutter, das geschaukelt werden, die Wärme und die Geborgenheit.

„Außerhalb“ des Bauches ist dies beim Tragen ähnlich, was dem Kind den Start in die völlig neue Umgebung sicherlich erleichtert.

Welche Vorteile bringt das Tragen mit sich?

Körperliche Vorteile für das Kind:

- die Entwicklung der Bandscheiben des Kindes erfolgt mit der Aufrichtung der Wirbelsäule (beim Tragen)

- das Tragen begünstigt die Entwicklung des Beckens bzw. der Hüfte. Dabei wird zudem die Verknöcherung angeregt.

- das Kind erfährt körperliche Wärme


Emotionale Vorteile für das Kind:

- das Tragen schenkt Geborgenheit und Urvertrauen durch Sicherheit und Zufriedenheit

- die Eltern-Kind-Bindung wird positiv gestärkt


Vorteile für die Eltern:

- beide Hände frei beim Tragen mit Tragetuch oder Tragehilfe

- Tragen dient als Starthilfe, den meisten Eltern fällt es dadurch leichter, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen

- Tragen spart Gepäck (z.B. als Alternative zum Kinderwagen)

- Bonding